"Ein herausragendes Beispiel bürgerschaftlichen Engagements"

Dr. Christian Untrieser (MdL) im Gespräch mit Gesellschaftern der Kleiderkammer
Kleiderkammer-Info; 18.4.2018

Der Landtagsabgeordnete für den Kreis Mettmann, Dr. Christian Untrieser (CDU), besuchte am 17. April 2018 die Kleiderkammer Haan in der Friedrich-Ebert-Straße 111-117, um sich die neuen Geschäftsräume anzusehen und sich vor Ort bei laufendem Betrieb über die Arbeit der Initiative zu informieren. Er wurde begleitet von seinem wissenschaftlicher Mitarbeiter Vincent Endereß, Stadtverordneter in Haan. An dem Gespräch nahmen ferner die Bürgermeisterin Dr. Bettina Warnecke sowie Petra van der Lest und Norbert Julius teil, letztere als Vertreter der Bürgerstiftung für Haan und Gruiten, die seit der Gründung der Kleiderkammer gGmbH als einer von insgesamt 10 Gesellschaftern das Projekt begleitet.

Heike Müller, geschäftsführende Gesellschafterin, begrüßte die Gäste. Zur Einführung gab Brigitte Hausdorf, Sprecherin der Gruppe, einen kurzen Überblick über die in mehrfacher Hinsicht wechselvolle Entwicklung der Kleiderkammer von ihrem spontanen Start im Herbst 2014 bis in die Gegenwart. "Abgesehen von mehreren Umzügen," so Hausdorf, "war die größte Herausforderung für uns die Aufkündigung der Trägerschaft durch den SKFM Haan e.V., der bis dahin das organisatorisches Dach für unsere private und vollständig ehrenamtliche Initiative gebildet hatte." Dieses Ereignis habe nach reiflicher Überlegung zur Gründung der gemeinnützigen Gesellschaft geführt, wobei jeder der Gesellschafter 2.500 EUR als Stammkapital eingebracht hat. Dr. Untrieser äußerte dazu: "Ehrenamt ist ja an sich schon lobenswert, aber dass dazu auch noch privates Kapital gegeben wird, um für bedürftige Menschen eine solche Versorgungsmöglichkeit vorzuhalten, ist etwas ganz Besonderes, ein herausragendes Beispiel bürgerschaftlichen Engagements." Dr. Warnecke stimmte zu und betonte, die Stadtverwaltung, die zurzeit rund ein Drittel der jährlichen Betriebskosten bezuschusst, wisse den Wert dieses Projekts sehr zu schätzen.

Die Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung, die dem Leitungsteam der über 90 Ehrenamtlichen auch beratend zur Seite steht, wurde von allen Gesprächsteilnehmer als "glückliche Fügung" gesehen. "Dabei," so van der Lest, "geht es der Stiftung keinesfalls um die laut Gesellschaftsvertrag vereinbarte Überlassung eventuell entstehender Überschüsse." Und Julius ergänzte: "Wir finden das Projekt einfach großartig und freuen uns, dass wir dabei sind." Geschäftsführerin Müller erläuterte, das Ziel der Kleiderkammer sei es, kostendeckend zu arbeiten. "Wenn irgendwann einmal Überschüsse anfallen sollten, so ist auf diese Weise sichergestellt, dass sie vollständig einem gemeinnützigen Zweck zugeführt werden und so den Bürgern von Haan und Gruiten zugute kommen."

Auf die Frage, wer in der Kleiderkammer einkaufe, antwortete Hausdorf. "Die Kleiderkammer sieht sich nicht als Secondhand-Shop für Jedermann, sondern als Einkaufsquelle für bedürftige Mitbürger. Unsere Kundschaft besteht je zur Hälfte aus Geflüchteten und alteingesessenen Haanern. Dazu zählen Arbeitslose und ihre Angehörigen, Geringverdiener, Alleinerziehende, kinderreiche Familien und Senioren mit kleinen Renten." Anders als beispielsweise bei der Essener Tafel gebe es jedoch in Haan keine Probleme mit oder zwischen den Kundengruppen. "Dies mag daran liegen, dass wir dank der hohen Spendenbereitschaft der Bevölkerung genug für alle haben und manches sogar an andere soziale Einrichtungen der Region weitergeben können."

 

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